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 SO ALS ERSTES MAU LIES DIR DAS MAL DURCH! FÄLLT DIR IRGENDWAS AUF?

Borderline-Störungen gelten als seelisches Grenzgebiet zwischen Psychose, Neurose und Persönlichkeitsstörung. Eine allseits anerkannte Definition ist schwierig. Doch die Zahl der Betroffenen scheint zuzunehmen. Das Leidensbild ist beschwerlich bis zermürbend - und zwar nicht nur für die Patienten, auch für das nähere und sogar weitere Umfeld.
Gibt es bestimmte oder charakteristische Hinweise? Und vor allem: was kann man tun? Nachfolgend eine komprimierte Übersicht.
Eine der am meisten verwendeten psychiatrischen bzw. psychologischen Fachbegriffe ist die Borderline-Störung, auch als Borderline-Syndrom, Borderline-Persönlichkeitsstörung, Borderline-Neurose, Borderline-Schizophrenie, psychosenahe Neurose, emotional instabile Persönlichkeitsstörung vom Borderline-Typus u. a. bezeichnet.
Um was handelt es sich? Moderne Begriffe für ein altes Leiden mit offensichtlich schwierig einzustufender Zugehörigkeit? Neues Krankheitsbild? Verlegenheitsdiagnose? Modebegriff? Neuer Fachausdruck im Rahmen neuer klassifikatorischer Einteilungen in der Psychiatrie?
Die Kritiker meinen: von allem etwas. Manche behaupten sogar, es gäbe gar keine Borderline-Störung, man habe nur einen neutralen Begriff geschaffen, um Patienten mit einer Psychose (vor allem weiblichen, "sympathischen" oder Oberschicht-Angehörigen) - aus welchen Gründen auch immer - die diskriminierende Diagnose einer Schizophrenie nicht (sofort) zuzumuten.
Doch das ist - wenngleich in manchen Fällen durchaus zutreffend - nicht der Fall. Borderline-Patienten gibt es sehr wohl, gab es schon früher und gibt es vor allem in den letzten Jahren mehr denn je. Und man hat sich inzwischen intensiver mit diesem Krankheitsbild befasst und fand - auf einen kurzen Nenner gebracht - ein vielschichtiges, kompliziertes Leiden mit entsprechend schwierigen Patienten. Um was handelt es sich?
Der englische Begriff borderline bezeichnet soviel wie Grenzlinie oder Grenzgebiet. Und das soll so auch der Fachbegriff ausdrücken: ein "krankhaftes Zwischengebiet" zwischen (schizophrener) Psychose und Neurose bzw. Persönlichkeitsstörung - je nach Klassifikation.
Deshalb erst einmal eine jeweils kurze Schilderung der Krankheitsbegriffe Psychose, Neurose und Persönlichkeitsstörung:
- Psychose: Unter einer Psychose versteht man eine psychiatrische Erkrankung (im Volksmund Geisteskrankheit genannt), bei der die Beeinträchtigung der seelischen Funktionen ein so großes Ausmaß erreicht hat, dass dadurch Einsicht und Fähigkeit, einigen der zumindest üblichen Lebensanforderungen zu entsprechen oder der Realitätsbezug erheblich gestört sind. Soweit die Definition der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Oder auf den praktischen Alltag bezogen: Bezeichnung für verschiedene Formen seelischer Krankheit, teils durch erkennbare Organ- und Gehirnkrankheiten hervorgerufen (Fachbegriff: exogene, von außen ausgelöste Psychose), teils (noch) nicht körperlich nachweisbar (Fachausdruck: endogene, von innen kommende Psychose, z. B. schizophrene Psychose).
Einzelheiten dazu siehe die speziellen Kapitel über die Schizophrenien, die schizoaffektiven und wahnhaften Störungen u. a.
- Neurose: Seelisch bzw. psychosozial bedingte psychische Gesundheitsstörung ohne nachweisbare organische Grundlage. Vielfältige Definitionen, je nach Beschwerdebild, Ursache und Verlauf, in den neueren Klassifikationen nicht mehr vorgesehen. Frühere Beispiele: depressive Neurose, Angstneurose, Charakterneurose, Organneurose u. a.
Einzelheiten siehe das spezielle Kapitel über die Neurosen.
- Persönlichkeitsstörung: Tief eingewurzeltes Fehlverhalten mit entsprechenden zwischenmenschlichen und gesellschaftlichen Konflikten. Früher auch als abnorme Persönlichkeit, Soziopathie, psychopathische Persönlichkeit oder Psychopathie bezeichnet.
Kein Wunder, dass bei einem solch weitgespannten Grenz- oder Zwischengebiet seelischer Störungen bei zum Teil doch sehr unterschiedlichen Leiden eine allseits befriedigende Definition ungemein schwer ist. Dabei hat sich allerdings eine knappe Charakterisierung durchgesetzt, die tatsächlich etwas für sich hat:
Borderline-Patienten gelten als "stabil in der Instabilität", d. h. sie müssten eigentlich laufend (psychotisch) dekompensieren, tun es aber nicht.
Aufgrund einer komplizierten innerseelischen Störung (Fachausdruck: "frühe Störung", d. h. schon in den ersten Lebensmonaten belastend) bleiben "gute" und "böse" Aspekte zwischen der eigenen Person und den Beziehungspersonen gleichsam unverbunden nebeneinander stehen. So erlebt sich der Patient ständig schwankend zwischen gut und böse und spaltet auch seine zwischenmenschlichen Beziehungen in gute und böse auf, ohne zu einer brauchbaren Integrationslösung zu kommen (Stichwort: Schwarz-weiß-Malerei).
Aufreibendes Leidensbild
So ist auch das Beschwerdebild nicht nur vielgestaltig, sondern für den Patienten (und sein Umfeld) mitunter kaum erträglich, ja überaus beschwerlich, erschöpfend bis quälend.
Häufig finden sich hypochondrische Reaktionen, also sachlich nicht begründbare ängstliche Befürchtungen oder Vermutungen, krank zu sein oder krank zu werden. Diese abnorme seelische Einstellung zum eigenen Leib und seinen Gefährdungsmöglichkeiten führt zu ausgeprägten bis exzessiven Selbstbeobachtungen des eigenen Körpers bzw. seiner Organfunktionen. Die Betroffenen suchen beharrlich und sorgenvoll nach Krankheitszeichen, die ihre Verdachtsmomente beweisen sollen. Und da sie sie nicht finden, führt dies paradoxerweise nicht zur Beruhigung, sondern zu einer ständigen und sämtliche Kräfte und Reserven aufbrauchenden Anspannung ("nichts finden heißt schlimmer als erwartet".
Typisch ist auch das häufige Gefühl der chronischen Langeweile und sogar inneren Leere auf der einen Seite sowie die Neigung zu vielfältigen Ängsten auf der anderen; besonders vor dem Alleinsein (obgleich sie es selber sind, die befriedigende und insbesondere langfristige Kontakte auf Dauer unmöglich machen). Charakteristisch sind also vor allem Beziehungsstörungen im zwischenmenschlichen Bereich.
Eine der häufigsten Konfliktursachen ist eine eigenartige Mischung aus idealisierender Verklärung und Abwertung ein und derselben Person. Kein Wunder, dass dies eine Beziehung nicht lange aushält. Auch das Gefühl der Isolierung, ja eine Neigung zu Derealisation ("alles so sonderbar, so komisch, so fremd um mich herum" oder gar Depersonalisation ("ich bin nicht mehr ich" gehört zu den typischen Krankheitszeichen.
Und natürlich Stimmungsschwankungen, vor allem kurzfristige und für das Umfeld kaum zuvor abschätzbare. Und eine ausgeprägte Unsicherheit was Berufswahl, zwischenmenschliche Aspekte und sogar die Geschlechtsrolle anbelangt, was seinerseits auch sexuelle Beeinträchtigungen einschließt.
Ganz besonders irritierend ist die Neigung zur Selbstbeschädigung, z. B. durch Alkohol-, Nikotin- oder Drogenmissbrauch. Aber auch die psychosoziale Selbstbeschädigung durch Impulshandlungen wie Ladendiebstahl, ruinöses Glücksspiel u. a.
Am schockierendsten aber sind nicht nur die fremd-aggressiven Zustände wie hochgradige Empfindlichkeit gegen jegliche Kritik, chronische Gereiztheit, Zorn, Wut oder gar Erregungszustände, sondern die selbst-aggressiven Durchbrüche mit Selbstbeschädigung bis hin zur Selbstverstümmelung. Die Selbsttötungsgefahr ist deshalb auch nicht gering.
Die Therapie ist schwierig
Der Verlauf einer Borderline-Störung ist in der Regel langwierig bis chronisch. Manche Patienten gleiten im Laufe ihrer Krankheit tatsächlich in eine "richtige" (schizophrene) Psychose ab.
Die Therapie ist schwierig, wie man sich schon nach der obigen Kurz-Schilderung vorstellen kann. Am erfolgreichsten scheint noch eine stützende, begleitende Psychotherapie bzw. langdauernde psychagogische Betreuung (d. h. eine Mischung aus Psychotherapie und pädagogischen Bemühungen) zu sein.
Die Prognose (Heilungsaussichten) ist - wie erwähnt - eher ungünstig. Allerdings spezialisieren sich immer mehr Psychiater und Psychologen in ihrer psychotherapeutischen Arbeit auch auf Borderline-Patienten. In manchen psychiatrischen Kliniken richtet man sogar Behandlungsschwerpunkte ein. Denn Borderline-Störungen werden weiter zunehmen. Offensichtlich sind sie auch ein Teil-Ergebnis unserer gesellschaftlichen Entwicklung (Prof. Dr. med. Volker Faust).
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Ein tief greifendes Muster von Instabilität in zwischenmenschlichen Beziehungen, im Selbstbild und in den Affekten sowie von deutlicher Impulsivität prägen dieses Störungsbild. Der Beginn liegt im frühen Erwachsenenalter und manifestiert sich in den verschiedenen Lebensbereichen.
Mindestens fünf der folgenden Kriterien müssen erfüllt sein:

1.      Verzweifeltes Bemühen, tatsächliches oder vermutetes Verlassenwerden zu vermeiden. Beachte: Hier werden keine suizidalen oder selbstverletzenden Handlungen berücksichtigt, die in Kriterium 5 enthalten sind.
Erläuterung: Die Fähigkeit, allein sein zu können, ist von der inneren Sicherheit abhängig. Dabei spielt die Fähigkeit eine Rolle, die nicht anwesenden Personen "im Herzen zu tragen". Häufig geschieht das mit Hilfe von Übergangsobjekten (etwa Bilder, Erinnerungen, Erwartungen). Gelingt die Ausbildung dieser "inneren Objekte" nicht, stellt sich ein Gefühl der Einsamkeit ein.
2.      Ein Muster instabiler, aber intensiver zwischenmenschlicher Beziehungen, das durch einen Wechsel zwischen den Extremen der Idealisierung und Entwertung gekennzeichnet ist.
Erläuterung: Zwischenmenschliche Bindungen entwickeln sich im Spannungsfeld von Sicherheit und Entwicklung. Beziehungen folgen damit immer einer Dialektik, also einer Abfolge von Widersprüchen. Damit wird die Lebendigkeit der Bindung erhalten. Bindungen sind auch unterschiedlich intensiv, abhängig davon, welche Funktion diese Bindung hat. Die Kontinuität von Bindungen ist von der grundsätzlichen Akzeptanz der oben erwähnten Dialektik abhängig, denn in jeder Beziehung tauchen nach einiger Zeit Widersprüche und Störungen auf. Diese Störungen können dann nur durch "Verhandlungen" aufgelöst werden, womit die Beziehung dann immer wieder neu definiert werden muss.
3.      Identitätsstörung: ausgeprägte und andauernde Instabilität des Selbstbildes oder der Selbstwahrnehmung.
Erläuterung: Die Identität bildet sich im jungen Erwachsenenalter aus und ist das Ergebnis von Suche und Entscheidung. Die Identität ist eng verbunden mit dem Selbstbild. Das Selbstbild setzt sich aus einer Stellungnahme (so bin ich) und einer Bezugnahme (im Verhältnis zu anderen) zusammen. Das Selbstbild ist ständigen Veränderungen unterworfen, wobei ein Gefühl der Sicherheit (Selbstbewusstsein, Selbstvertrauen) Grundlage dafür ist, dass Entwicklungsschritte vollzogen werden können (Selbstfindung).
4.      Impulsivität in mindestens zwei potenziell selbstschädigenden Bereichen (Geldausgaben, Sexualität, Substanzmissbrauch, rücksichtsloses Fahren, "Fressanfälle" etc.). Beachte: Hier werden ebenfalls keine suizidalen oder selbstverletzenden Handlungen berücksichtigt, die in Kriterium 5 enthalten sind.
Erläuterung: Die Seele produziert fortlaufend Impulse, von denen nur ein Teil mit Hilfe eines Motiv in sinnvolles Handeln umgesetzt werden kann. Andere Impulse müssen hingegen kontrolliert und sicherlich auch abgewehrt werden. Gelingt die Kontrolle nicht, dann können unnütze oder gar gefährlich Impulse nicht unterdrückt werden. Eine Impulskontrollstörung ist dann die Folge. Impulshandlungen haben eine große Chance, wieder aufzutreten, wenn mit der Handlung der Abbau innerer Spannung gelingt, etwa durch Substanzmissbrauch. Hier besteht die Gefahr, dass die Handlung damit »konditioniert« wird, also immer wahrscheinlicher wird und zunehmend eintritt.
5.      Wiederholte suizidale Handlungen, Selbstmordandeutungen oder -drohungen oder Selbstverletzungsverhalten.
Erläuterung: Wiederholte Suizidgedanken und suizidale Handlungen sind ein großes Problem für Betroffene, zumal sich diese Gedanken häufig insbesondere in Stress-Situationen passiv aufdrängen. Sie heften sich dabei oft an innere Spannungszustände, wobei die Vorstellung entsteht, dass dieser Spannung nur durch den Suizid entgangen werden kann. Ähnliches gilt für das selbstverletzende Verhalten. Viele Betroffene berichten, dass allein dadurch die Reduktion innerer Spannungen gelingt. Dies kann dann fast den Charakter einer Sucht bekommen. Die Selbstverletzungen sind weniger mit dem Erleben von Schmerzen verbunden als vielmehr mit einem Gefühl der Erleichterung. Die Wirksamkeit des selbstverletzenden Verhaltens hängt stark mit der Ausschüttung körpereigener Morphine (die so genannten Endomorphine) zusammen.
Ein Problem des selbstverletzenden Verhaltens ist das dabei entwickelte Schamgefühl, denn häufig treffen diese Verhaltensweisen bei den Betroffenen selbst, aber auch bei anderen auf Ablehnung. Das Schamgefühl kann dann zur Folge habe, dass die Konsequenzen verborgen werden. Die Verstärkung des Gefühls der Einsamkeit ist wiederum die Folge.
6.      Affektive Instabilität infolge einer ausgeprägten Reaktivität der Stimmung (z.B. hochgradige episodische Dysphorie (Freudlosigkeit), Reizbarkeit oder Angst, wobei diese Verstimmungen gewöhnlich einige Stunden und nur selten mehr als einige Tage andauern).
Erläuterung: Stimmungswechsel sind bei Menschen die Regel, wobei immer innere und äußere Bedingungen die Stimmung prägen. Instabiltät der Stimmung, insbesondere dann, wenn die Gründe für die Stimmungswechsel nicht erkennbar sind, führen jedoch zu einer weitreichen Verunsicherung.
Beispiel: Welche Anzeichen der Störung nehmen Sie an sich wahr und wo?
Vor allem im zwischenmenschlichen Bereich. Ich fühle mich schnell angegriffen, selbst bei Lapalien, und werde aggressiv. Ich habe kein Ziel für mein Leben und fühle mich oft so verzweifelt, dass ich lieber tot wäre. Habe so schlimme seelische Schmerzen, dass ich oft denke, ich kann nicht mehr. Will dann nur noch, dass es vorbeigeht und endlich aufhört, kann während der Zeit nicht normal funktionieren. Ich habe so viele Widersprüche in mir und so ambivalente Gefühle. dieses Chaos kann ich nicht beherrschen. Diese inneren Kämpfe sind schlimm.
7.      Chronische Gefühle von Leere.
Erläuterung: Das Erleben resultiert immer aus inneren und äußeren Reizen. Ein Vehikel innerer Reize ist die Erinnerung, die ja im Grunde eine Form der Erzählung ist. Die Erinnerung ruft aber auch die Emotionen zurück, die mit der Erinnerung verbunden sind. Problematisch sind daher Erinnerungen, die mit negativen Gefühlen gekoppelt sind. Um sich davor zu schützen, schalten viele Betroffenen die inneren Reize aus und werden damit um so abhängiger von äußeren Reizen.
8.      Unangemessene, heftige Wut oder Schwierigkeiten, die Wut zu kontrollieren (z.B. häufige Wutausbrüche, andauernde Wut, wiederholte körperliche Auseinandersetzungen).
Erläuterung: In der ICD-10 wird diese Form der Impulisivität als eigenständiges Problem gesehen. Emotionen spielen im Umgang mit anderen eine sehr große Rolle. Sie haben dabei den Charakter von Grundeinstellungen und Ergebniserwartungen. Sie helfen in der Regel dabei, auf Situationen angemessen und zielgerichtet zur reagieren, weil durch Emotionen Verhaltensprogramme aktiviert werden, die eine schnelle und sichere Reaktion ermöglichen. Angst beispielsweise signalisiert Gefahr, Wut Kampfbereitschaft etc. Emotionen sind aber nur dann hilfreich, wenn sie passen und angemessen sind, weil sonst erhebliche Störungen in den sozialen Beziehungen folgen.
9.      Vorübergehende, durch Belastungen ausgelöste paranoide Vorstellungen oder schwere dissoziative Symptome.
Erläuterung: Die Borderline-Störung ist sicherlich keine Variante der paranoiden Psychose! Trotzdem treten im Rahmen dieser Störung gehäuft paranoide Symptome auf. Damit ist eine Wahrnehmung gemeint, bei der eine Vielzahl von Reizen der Umgebung in einer bestimmten Form auf die eigene Person bezogen werden. Einfache Formen solchen Denkens sind etwa Ideen wie "Alle haben etwas gegen mich", "Ich werde von den anderen sehr kritisch beobachtet" etc. Verstärken sich solche Befürchtungen, so können Ideen wachsen wie "Man sieht mir meine Störung an, die anderen wollen mir Übles oder verfolgen mich" etc. Dissoziative Symptome sind mit Einschränkungen als Tagträume zu umschreiben. Dabei kann die Realitätskontrolle abhanden kommen.
In der ICD-10 wird entgegen den Kriterien des DSM IV mehr die emotionale Instabilität in der Vordergrund geschoben. Der Oberbegriff lautet entsprechend auch "emotional instabile Persönlichkeit". Hierunter wird dann ein Borderline-Typ von einem impulsiven Typ unterschieden. Letzteres markiert den Übergang zu anderen Formen der Instabilität, wie etwa Reizbarkeit, Verwicklung in aggressive Auseinandersetzungen, Neigung zu Impulsdurchbrüchen und Ähnliches.

Begleiterkrankungen

Die Borderline-Störung tritt sehr häufig im Zusammenhang mit anderen psychischen Erkrankungen auf, etwa Ess-Störungen, Depressionen, Störungen der Sexualität, Zwangs- und Ticstörungen, Suchterkrankungen etc. Diese Begleiterkrankungen sind gelegentlich Grund für die Suche nach Hilfe. Im Rahmen der Behandlung oder Psychotherapie wird dann die Borderline-Störung deutlich. Dabei können die Verknüpfungen vielfältig sein. Einige Störungen entstehen als Folge der Borderline-Störung (etwas depressive Symptome) oder sind als Bewältigungsversuche zu verstehen (etwa Ess-Störungen oder Substanzmittelmissbrauch), andere verstärken die Probleme der Borderline-Störung.

 

Bewältigung von aufgaben und problemen

Die starken Schwankungen der Stimmung, das unsichere Selbstbild, die Schwierigkeiten bei der Gestaltung von Beziehungen und die Probleme mit dem Alleinsein führen dazu, dass die eigene Kompetenz bei der Bewältigung von Aufgaben und Problemen starken Schwankungen unterliegt. Dies kann dazu führen, dass die Kompetenz von den Betroffenen selbst und der Umgebung überschätzt wird. Insbesondere in Krisensituationen kann es dann zu Überforderungen kommen. Erschwerend ist, dass die Störung die Möglichkeiten der Betroffenen reduziert, auf die eigenen Ressourcen zurückzugreifen. Techniken, sich zu beruhigen oder in Stress-Situationen die Übersicht zu bewahren, fehlen dann häufig.

 

Nutzen von hilfsquellen

Jeder Mensch ist in der einen oder anderen Form auf soziale Unterstützung angewiesen. Je nach Fragestellung kann zwischen instrumenteller, emotionaler und gedanklicher Unterstützung unterschieden werden. Durch die Beeinträchtigungen in der Beziehungsgestaltung im Rahmen einer Borderline-Störung können oft die Hilfequellen des sozialen Netzes nicht angemessen genutzt werden. Vor allem das Zusammenspiel von Geben und Nehmen funktioniert nicht. Viele Menschen haben zudem Schwierigkeiten, mit den starken Stimmungsschwankungen im Rahmen dieser Störung umzugehen. Die einen wenden sich ab, andere reagieren wütend und mit Ablehnung. Eine Störung, die sich durch Ungeduld auszeichnet, löst daher auch bei anderen Ungeduld aus.
Um die starken inneren Impulse auszugleichen, haben viele Betroffene zudem eine Fülle von Kontrollstrategien entwickelt. Diese Art der Überlebensstrategie führt beim Gegenüber oft zu einem Gefühl des "Manipuliertwerdens". Daraus resultiert ein mehr oder weniger offen ausgetragener Kampf um Kontrolle. Das Gleiche gilt für die Tendenz vieler Betroffenen, aus Schamgefühl die Auswirkungen der Störung zu verbergen und damit eine offene Beziehungsgestaltung zu erschweren. Viele Partner und Freunde fühlen sich dabei getäuscht und ausgenutzt. Das Gefühl, "nicht verstanden zu werden", kann sich dann unter solchen Umständen verstärken.

Bewältigung von Krisensituationen

Betroffene schildern ihre Lebenssituationen selbst als eine Art permanenter Krise. Die unzureichenden Möglichkeiten, sich in Stress-Situationen zurechtzufinden, die oft unangemessenen Bewältigungsstrategien und die mangelnde Fähigkeit, sich soziale Unterstützung zu sichern, führen dazu, dass bei der Bewältigung von Problemen und Krisen Spannungen weiter eskalieren. Die Unfähigkeit, Spannungen abzubauen, führt wiederum zu weiteren Spannungen und so entsteht ein Teufelskreis. Das Stolpern von einer Krise in die andere unterbricht die Kontinuität des Lebens erheblich. Bei viele entsteht daraufhin ein Gefühl, in der eigenen Entwicklung still zu stehen. Das nährt Hoffnungslosigkeit und Resignation.

 

·                     Die Betroffenen sind oft verzweifelt bemüht, tatsächliches oder vermutetes Verlassenwerden zu vermeiden. Dabei werden z.B. schon zeitlich begrenzte Trennungen oder auch minimale Verspätungen des anderen als sehr bedrohlich empfunden und lösen starke Ängste aus. Häufig schätzen sich Personen, die unter einer Borderline-Störung leiden, selbst als "böse" ein, weil sie "doch schließlich" verlassen worden sind.
·                     Bei den betroffenen Personen findet sich oft eine Abfolge intensiver, aber häufig wechselnder Beziehungen. Dabei zeigt sich am Anfang einer Beziehung meist eine starke Idealisierung des Anderen, die dann sehr schnell durch eine Abwertung derselben Person abgelöst werden kann, wenn diese der Erwartung "immer für den anderen da zu sein" nicht genügt.
·                     Die Wahrnehmung und Einschätzung der eigenen Person ist bei einer Borderline-Störung sehr wechselhaft. Diese Instabilität bezüglich der eigenen Identität zeigt sich z.B. in einem häufigen Wechsel von Berufswünschen oder Wertvorstellungen. Im Selbstbild sehen sie sich oft als "böse" oder "sündig" oder haben zeitweise, insbesondere bei angenommenem "Verlassensein" das Gefühl, gar nicht zu existieren.
·                     Ein weiteres Kennzeichen der Borderline-Störung ist die Neigung zu selbstgefährdendem Verhalten. Dies zeigt sich zum einen in einer starken Impulsivität in Bereichen, die potentiell selbstschädigend sind, so z.B. riskantes Autofahren, Glücksspiel, Fressanfälle oder Drogenmissbrauch. Aber auch direkte Selbstschädigungen wie Selbstverletzungen, z.B. indem man sich selbst Schnitte oder Brandwunden zufügt oder Selbstmordandrohungen und –versuche treten im Rahmen der Borderline-Störung häufig auf. Diese selbstschädigenden Handlungen stehen oft im Zusammenhang mit dem Versuch, ein "Verlassenwerden" zu vermeiden, können aber auch als eine Art von "Strafe" für die eigene "Sündigkeit" dienen oder den Betroffenen helfen, sich selbst wieder zu spüren.
·                     Die Gefühlslage von Betroffenen mit einer Borderline-Störung ist sehr wechselhaft, so kommt es bei eher gedrückter Grundstimmung zu Perioden von starker Erregbarkeit, Angst oder Verzweiflung. Diese sind häufig Ausdruck der Neigung, sehr schnell und extrem auf zwischenmenschliche Belastungen zu reagieren. Insbesondere wenn der Betroffene Vernachlässigung oder Zurückweisung erlebt, kommt es oftmals zu Wutausbrüchen, die für die Betroffenen kaum zu kontrollieren sind.
·                     Menschen mit einer Borderline-Störung klagen vielfach über ein anhaltendes Gefühl innerer Leere; sie leiden unter einem quälenden Gefühl der Langeweile und sind häufig auf der Suche nach einer Beschäftigung.
·                     Unter extremen Belastungen, wie z.B. unter Drogeneinfluss oder bei einem tatsächlichen oder erwarteten Verlassenwerden, können vorübergehend Verfolgungsideen oder so genannte dissoziative Symptome auftreten. Diese Symptome können sich beispielsweise in einer veränderten Wahrnehmung der eigenen Person oder des eigenen Körpers oder einer Schmerzunempfindlichkeit äußern.
Medizinische Universität Lübeck (MUL) mit speziellem Behandlungsangebot bei schweren Persönlichkeitsstörungen
Sie suchen Entlastung von einem extremen inneren Druck. Und weil sie diese im Alltag nicht finden, zerschneiden sich Menschen mit so genannten Borderline-Persönlichkeitsstörungen die Arme, drücken Zigaretten auf ihrem Körper aus, verweigern die Nahrungsaufnahme oder essen bis zum Brechanfall, schlucken Alkohol und Tabletten bis zur Besinnungslosigkeit. Das nur wenig bekannte Krankheitsbild ist dennoch weit verbreitet: Rund ein Prozent der Bevölkerung erkrankt daran; 20 Prozent aller Krankenhausaufnahmen im psychiatrischen Bereich stehen mit entsprechenden Symptomen im Zusammenhang.
"Damit gehören Borderline-Störungen von der Häufigkeit her zu den ganz großen psychischen Erkrankungen", erklärt Prof. Fritz Hohagen, Direktor der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie an der Medizinischen Universität Lübeck (MUL). Aufgrund wachsender Patientenzahlen wurde in Lübeck ein Behandlungsschwerpunkt für Borderline-Patienten eingerichtet: Die 19 Therapieplätze umfassende Station ist die größte ihrer Art in Deutschland.
Der Ende der 30er Jahre geprägte Begriff Borderline ("Grenzlinie" geht auf den amerikanischen Psychoanalytiker William Louis Stern zurück. Er charakterisierte damit psychische Beeinträchtigungen, die zwischen Neurose und Psychose schwanken. Heute gelten Borderline-Störungen als eigenständiges Krankheitsbild; man definiert sie über die Instabilität von Gefühlen und Verhalten. Nur ein Viertel der Patienten ist männlich, betroffen sind meist Mädchen und Frauen zwischen 15 und 25.
Als Kind wurde Jennifer (Name geändert) jahrelang von ihren Eltern körperlich gepeinigt. Sie litt unter starken Angstzuständen, hatte früh ersten Kontakt zu kinder- und jugendpsychiatrischen Einrichtungen. Mit elf fing sie an zu fasten, mit 13 begann sie, sich selbst zu verletzen. "Anfangs waren es nur oberflächliche Ritzer mit Nagelschere und Küchenmesser", erinnert sie sich. Doch als das Messer einmal abrutschte und eine tiefe, klaffende Wunde hinterließ, verspürte sie "ein geniales Gefühl". Jennifer: "Es war völlig befreiend zu sehen, wie das Blut fließt. Von da an musste es immer so sein." Und das ging am besten mit Rasierklingen.
Der Drang, sich selbst zu schädigen, hat nichts mit Masochismus zu tun, denn das Schmerzempfinden ist in dieser Phase deutlich reduziert. Vielmehr geht es Betroffenen wie Jennifer darum, die in Folge psychischer Konflikte aufgebauten unerträglichen Spannungen im Kopf zu lindern. Dies macht jeder auf seine Art: Neben Fressanfällen, Selbstverletzungen oder Alkoholexzessen gelten auch sogenanntes S-Bahn-Surfen und extrem schnelles Motorrad- und Autofahren als mögliche Borderline-Symptome.
Heute ist Jennifer eine junge Frau von 25. Die Hälfte ihres Lebens hat sie sich selbst malträtiert, über 1000 Schnittverletzungen zugefügt. Ihre Unterarme gleichen Kraterlandschaften, sehen aus wie nach einem schweren Brandunfall: Wulstige, zentimeterlange Narbenhügel wechseln sich mit unzähligen, kleineren Schnitten ab. Fachgerecht behandelt wurden nur die wenigsten. "Meistens habe ich mir einfach Tesafilm oder Leukoplast auf die Wunden geklebt", erzählt sie.
Seit knapp zwei Jahren kommt Jennifer, die kurz vor dem Abitur die Schule geschmissen hat und beruflich niemals Fuß fassen konnte, regelmäßig in die Psychiatrische Klinik der MUL. Sie gehört zu einer Patientengruppe, die ein von Lübecker Wissenschaftlern entwickeltes, neues Therapieschema in Anspruch nimmt. "In Anlehnung an die dialektisch-behavoriale Therapie von Marsha Linehan haben wir unserem Konzept Bausteine hinzugefügt, mit denen vor allem schwer kranken Patienten geholfen werden kann", erläutert Oberarzt PD Dr. Ulrich Schweiger.
Entsprechend dem Entwurf der Psychologieprofessorin Linehan aus Seattle/USA gilt es zunächst, dass die Patienten freiwillig mit dem selbstschädigenden Verhalten aufhören. "Alternativen erlernen, mit ihren Spannungen umzugehen, können die Betroffenen nur dann, wenn sie sich nicht mehr dauernd selbst verletzen, exzessiv hungern oder übermäßig Drogen konsumieren", sagt Schweiger, der die Station mit Psychologin Valerija Sipos leitet. Deshalb werden gezielte Verhaltensverträge zwischen Patient und Therapeut abgeschlossen, außerdem Hilfen zur psychischen Stabilisierung angeboten.
Dieser Freiraum kann dann genutzt werden, um Strategien zur Spannungsbewältigung zu vermitteln und neue, erwünschte Verhaltensweisen einzuüben. Dazu werden in Lübeck zusätzlich fünf Module eingesetzt:
1. Selbstmanagement: Die Patienten werden Experten in eigener Sache, erfahren alles über ihr Krankheitsbild. Sie beginnen zu verstehen, warum sie sich in bestimmten Situationen so verhalten und welche Konsequenzen dies für sie hat.
2. Stresstoleranz: In Rollenspielen und Gruppengesprächen lernen sie, mit belastenden Spannungssituationen anders umzugehen.
3. Emotionsmanagement: Hier erfahren sie alles über Gefühle. Borderline-Patienten kennen meist nur "gut" und "schlecht", können mit differenzierten Gefühlen anderer nicht umgehen. Partnerschaftliche Beziehungen sind oft sehr anstrengend, wechseln abrupt zwischen extremer Nähe und hasserfüllter Distanz.
4. Soziale Kompetenz: Lernen "Nein!" zu sagen. Patienten mit Borderline-Störungen schalten ihre "innere Alarmanlage" aus und können nicht zwischen harmlosen und gefährlichen Situationen unterscheiden. Oft äußert sich dies in dem Wunsch, es allen, auch unbekannten Menschen, Recht machen zu wollen.
5. Achtsamkeit: Borderline-Patienten sind häufig fahrig und wie aufgeputscht. Mit Entspannungs- und Meditationstraining lernen sie, sich auf eine Sache zu konzentrieren.

 

Außerdem werden begleitende psychische Erkrankungen (z.B. Depressionen, Angst- und Essstörungen), die bei den meisten Patienten vorhanden sind, mit speziellen Angeboten in die Therapie eingebunden. So verfügt die Klinik über eine Lehrküche, in der die Betroffenen "normales" Essverhalten üben, und bietet Selbstverteidigungskurse an, in dem die meist weiblichen Patienten trainieren, sich effektiv zu wehren.
In der dritten Therapiephase wird das Erlernte in den Alltag übertragen. Ziel der Behandlung ist es, dass die Betroffenen im sozialen Alltag, in ihrer Familie, im Freundes- und Bekanntenkreis, in der Partnerschaft besser zurecht kommen, dass sie es schaffen, einen Ausbildungs- oder Arbeitsplatz (wieder) aufzunehmen. Unterstützung bekommen sie hierbei von den MUL-Therapeuten. Oberarzt Schweiger vergleicht das Verhältnis zwischen Patienten und Therapeuten mit dem eines Bergführers und eines Bergsteigers: "Der Bergführer kennt die Wege zum Gipfel. Doch gehen muss jeder selbst. Und jeder entscheidet selbst, in welchem Tempo und wie weit er gehen möchte."
Die durchschnittlich 12wöchige stationäre Therapie in Lübeck ver-zeichnet gute Erfolge: Bei mehr als der Hälfte der Betroffenen gehen die Symptome erheblich zurück und die soziale Anpassung verbessert sich deutlich, bilanziert Dr. Schweiger. Eine Hoffnung bleibt allen: Mit zunehmendem Alter wächst sich die Krankheit offensichtlich aus - jenseits der 40 werden Borderline-Symptome selten.
Auch Jennifer ist zuversichtlich: Statt täglich greift sie "nur" noch alle vier bis sechs Wochen zur Rasierklinge; ihre Ängste hat sie soweit in den Griff bekommen, dass sie allein einkaufen oder ins Café gehen kann, ihr extrem niedriges Körpergewicht von 33 auf 52 Kilogramm gesteigert. Ihr größter Wunsch? "Irgendwann möchte ich auf eigenen Beinen stehen, mein Leben selbst meistern und eine richtige Ausbildung machen."
Beim 4. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN), der unter Leitung von Prof. Hohagen vom 4. bis 7. April in Lübeck stattfindet, steht die Behandlung von Borderline-Persönlichkeitsstörungen auf der Tagesordnung. Eine Pressekonferenz ist geplant. Weitere Informationen: Prof. Fritz Hohagen, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Tel.: 0451/500 2441.
Hintergrund: Borderline-Patienten - Die Symptome

In nur zwei Minuten von "himmelhochjauchzend" bis "zu Tode betrübt" - treffender lassen sich die Stimmungsschwankungen von Borderline-Patienten kaum charakterisieren. Sie sind mit sich und ihrer gestörten Persönlichkeit so wenig im Reinen, dass ihnen der schnelle Wechsel zwischen Euphorie und Depression kaum bewusst wird. Sie reagieren oft unmittelbar auf plötzliche Impulse und können Wut schlecht kontrollieren.
Kennzeichnend ist bei vielen ein mangelhaftes Selbstbewusstsein. Sie fühlen sich in ihrer Rolle als Mann oder Frau nicht wohl, meinen, nicht liebenswert und einfach nur nutzlos zu sein. Sie klammern sich oft an andere, haben Angst vorm Verlassenwerden nahestehender Menschen. Innere Spannungen bewältigen sie mit riskantem Verhalten (gefährliche Sportarten, schnelles Autofahren, Essanfälle, sexuelles Risikoverhalten) und Selbstverletzungen. Häufig sind auch Suizidversuche.
In schwierigen, unerträglichen Situationen klinken sich Borderliner häufig aus: Sie geraten in "dissoziative" hypnoseähnliche Zustände. Jennifer berichtete von zahlreichen Situationen, in denen sie sich nach dem "Aufwachen" mit aufgeschlitzten Armen wieder fand; andere laufen einfach weg und kommen erst nach Stunden zur Besinnung.
Über die letzten Ursachen der Erkrankung ist wenig bekannt; als Risikofaktoren gelten vor allem körperliche und/oder sexuelle Misshandlungen in der Kindheit sowie extreme Vernachlässigungen in jungen Jahren, Abwertung durch wichtige Bezugspersonen, sowie eine vermutlich angeborene Neigung zu emotionaler Instabilität.

 

Die für emotional normal veranlagte Menschen völlig verwirrende Reaktion Ich hasse Dich – verlass mich nicht ist so typisch für den Borderliner, dass sie zum Titel eines der ersten populäreren Bücher über die Persönlichkeitsstörung wurde, das vor über 15 Jahren erschien und immer noch sehr aktuell ist. Dieses Buch von Jerold K. Kreisman und Hal Straus hat vielen Mitleidenden mit einem Borderliner im Freundes- oder Verwandtenkreis die Augen geöffnet. Für selbst von Borderline Betroffene ist es allerdings problematisch, da es – entsprechend den Erkenntnissen seiner Zeit – keine Möglichkeiten sieht, etwas gegen die Borderline-Störung zu unternehmen: Bis zum Alter von 40 verschwindet sie bei vielen Betroffenen von alleine, doch bis dahin haben sich 8 bis 10 % bereits umgebracht und der Rest je nach Schwere der Störung ihr Leben und das ihrer Mitmenschen versaut. Das sind natürlich keine aufmunternden Nachrichten, wenn man mit Borderline leben muss.

Leben mit einer Borderline-Persönlichkeitsstörung von Dr. Günter Niklewski und Dr. Rose Riecke-Niklewski ist bereits hilfreicher für Betroffene, allerdings sehr medizinisch gehalten: Leser ohne Vorkenntnisse könnte es überfordern oder langweilen. Schluss mit dem Eiertanz von Paul T. Mason und Randy Kreger wiederum will ausgesprochen den Freunden und Verwandten von Borderlinern helfen, sich zu schützen – ein Borderliner selbst wird mit dem Buch dagegen wenig anfangen können.

 

Häufige Ursachen, Symptome und Riskofaktoren

Kindheits- oder Familienkonflikte.

Vernachlässigungen in jungen Jahren.

Körperliche und/oder sexuelle Misshandlungen.

Probleme mit dem Erwachsen-Werden, bzw. bei Mädchen mit dem "Frau-Sein".

Mangelndes Selbstbewusstsein.

Familiärer Leistungs- und Erfolgsdruck.

Abwertung durch wichtige Bezugspersonen oder die Angst, verlassen zu werden; Hilferuf nach mehr Beachtung und Liebe.

Extreme Stimmungsschankungen: Der Betroffenene hat sich nicht im "Griff". Plötzliche Impulse und Wut können nur schlecht kontrolliert werden. Stimmung und Verhalten gleichen einer emotionalen Achterbahnfahrt.

Risikobereites Verhalten bei der Ausübung von gefährlichen Sportarten

Suizidale Handlungen, bei denen der Betroffene eine mögliche Selbsttötung immer in Betracht zieht.

 

Auf Basis der laut DSM-Manual genannten Indikatoren für eine Borderline-Persönlichkeitsstörung weisen Ihre gegebenen Antworten auf das Vorhandensein einer solchen Störung hin. Das zusätzliche Vorhandensein von Nebenmerkmalen, die mit Borderline assoziert werden, bestärkt dieses Testergebnis zusätzlich.

Bestimmte Aspekte Ihres Verhaltens, aber auch die Art, wie Sie Ihre Umwelt und sich selbst wahrnehmen, sind somit, das zeigt dieses Testergebnis, der Art, wie dies Borderline-Persönlichkeiten tun, auffallend ähnlich.

Was können Sie tun?

In Ihrer Lebensführung sind Ihnen offenbar durch verschiedene Aspekte Ihrer Persönlichkeit massive Grenzen und Widerstände gesetzt, aus denen Sie sich bisher wohl noch nie dauerhaft befreien konnten - die allerdings heutzutage mittels bewährter therapeutischer Methoden an sich eigentlich gut bearbeitbar und auflösbar wären. Sollten Sie tatsächlich an einer Borderline-Störung leiden, wäre mit therapeutischen Maßnahmen sogar umgehend zu beginnen, um eine Chronifizierung oder gar Verschlechterung der Symptomatik (die wahrscheinlich wäre) zu verhindern. Nehmen Sie also nach einer detaillierten Diagnostik ggf. baldmöglichst Kontakt mit einem(r) Psychiater(in) oder Psychotherapeuten(in) auf, um eine Therapie zu beginnen, die in den allermeisten Fällen auch ambulant möglich sein wird. Es mag sein, daß eine Psychotherapie nicht sofort Erleichterung verschafft oder alle Probleme löst. Mit Sicherheit wird es auch manche schwierige Phase zu überwinden gelten. Langfristig jedoch werden Sie bemerken, daß eine Therapie bei einem(r) Therapeuten(in), dem(der) Sie vertrauen, Ihre Lebensqualität merkbar verbessert und vor allem auch Ihre Beziehungen zu anderen Menschen entspannen und sogar vertiefen kann.

Sollten Sie sich bereits in Psychotherapie befinden, dann war dies sicherlich eine gute Entscheidung, die Ihnen hoffentlich geholfen hat, Ihre Schwierigkeiten in Teilbereichen bereits in den Griff zu bekommen. Weiterhin viel Erfolg dabei!

2. HAT FLUMMI DURCHAUS N PROB MIT DER SITUATION. NAJA ABER MACH WAS DU WILLST ES KOMMT GRAD EH NIX GUTES ZWISCHEN UNS RAUS DAS EINZIGE WAS PASSIERT IS DAS WIR UNS WIEDER VERLETZEN! AUCH ICH BIN AN VIELEM SCHULD ABER DU BIST DER JENIGE DER MIR KEINE CHANCE MEHR GEGEBEN HAT! ICH GLAUBE DIR EH NICHTS MEHR VON ALL DEM WAS DU MAL ZU MIR GESAGT HAST SIND EH ALLES NUR LÜGEN GEWESEN

 

 

9.5.07 13:20


ich werde an der seite nichts mehr verändern, ich hab keinen bock mehr auf die ganze scheiße. für alle:es gibt kein franzi und mau mehr, es is vorbei. ich weiß nicht, was ich machen soll, ich will einfach nur noch weg. ich entschuldige mich jetzt schon mal für die leute, die ich verletzen werde, aber ich bin so am ende, ich weiß echt nich, wie es weiter gehen soll.

 

franzi

2.5.07 09:48


also wir lassen uns des ganz bestimmt nicht verbieten, lieber hau ich von zu hause ab...

was mitm 19. mai is weiß ich noch net, weil in der nächsten zeit verdammt viel ansteht und ich nun noch net weiß, was meine ellis sagen. ich kann mich aber mal umhören, ob wir da noch nix vor ham.

hey elli...liebe grüße

 

de franzüüü

20.4.07 11:51


hey leute...

ich bin so verdammt traurig heute meine ellis machen voll den terror und wollen mir den umgang mit mau und meinen ganzen freunden verbieten *heul* ich kann einfach nicht mehr...ich weiß nicht, was ich noch tun kann, aber ihre bedingungen kann ich echt nich erfüllen. ich bin voll am ende.

 

franzüüü

18.4.07 12:22


hey hase...joar n neuer pc mit inet für dich wäre mal ne maßnahme *gg* aber dann müsstest du trotzdem erst einmal den myblog kram checken ^^ hmmm also ich hab grad keen plan was ich schreiben soll -.-* *drop* daher ich liebe dich verdammt mega dolle und wir telen heute ja?! de franzüüü
16.4.07 13:50


so hier ein paar neue pics


wir sind doch alle für freiheit^^

joa des is de marie (für alle, die sie nich kenn)

joa der hat ne neue liebe gefunden *heul*

und des is sascha (wiederum für die, die ihn noch nich kennen)

so mehr lust an der seite zu basteln hab ich grad nich also cu
12.4.07 14:09




joar mit lieben gruß de franzüüü
11.4.07 12:41


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