Be YoURsElfE~*°

MEIN ENGEL DES TODES

 

Sie sitzt in der dunkelheit in ihrem schrank. zusammengekauert und zitternd. rote striemen bilden sich auf ihren beinen, wo sie sich mit ihren händen verkrallt, um so wenig wie möglich platz in der einsamkeit zu verbrauchen. ihr schwarzes zerissenen gewandt ist von kaltem schweiß durchtränkt. Ihre augen scheinen völlig leer, ihr gesicht schwarz und kalt von den vielen tränen, die über ihre wangen liefen.das schöne gesicht ist von der verlaufenen schminke entstellt, die augen weit aufgerissen, ein verdreckter stoffetzen umhüllt die linke hand. ein markdurchfahrendes wimmern klagt durch die grausame stille. nur unterbrochen von dem regelmößigen ticken der großen wanduhr im flur. vor der tür des schrankes sind bluttropfen auf dem hellen parkett, im zimmr sind lauter weiße federn verstreut. sie stammen von einem zerissenem kopfkissen. ein weißes von blut entstelltes kleid liegt am boden. weggeworfen als sei es der inbegriff der unschuld, befleckt von der sünde. blutspritzer befinden sich an der beigen wand um einen seltsamen abdruck verstreut. davor liegt das messer lieblos am boden in einer blutlache. die klinge, die das blutbad angerichtet hat, so als ob sie keiner unschuld etwas zu leide tun könnte, ein einfaches messer aus der küche der mutter. zerissene seiten des liebevoll geschriebenen tagebuchs eines mädchens bedecken das bett, leicht verdeckt von dem zerschnittenem betthimmel aus rosa stoff. tapetenfetzen hängen von der wand und selbst die einst so schönen vorhänge, die die zwei großen fenster des nachts immer verdeckten um den raum vor dem grellen mondlicht zu schützen waren zerstört. quietschend öffnet sich die zimmertür, dumpfe schritte hallen von dem parkett im zimmer wieder. man hört einen kleinen leisen platscher, als die person sicher aus versehen in die blutlache tritt und das blut weiter im zimmer verteilt. vor angst hält sie die luft an, damit man sie nicht in ihrem versteck entdeckt.die schritte erstummen. die person befindet sich nun mitten im zimmer. eine stille umfängt den moment, als ob selbst jeder ton der uhr erloschen wäre. man kann förmlich hören wie die person sich entsetzt im raum umblickt. würde genau in diesem moment eine stecknadel zu boden fallen, so würde einem der aufprall wie eine explosion vorkommen. doch dann erneut die schritte, sie bewegen sich auf den schrank zu und verstummen genau vor ihm. eine hand legt sich auf den knauf der schranktür und knarrend öffnet sich diese wie in zeitlupe. ja, die zeit bleibt für einen winzig kleinen moment stehen. der blick des jungen ist nun noch erschrockener, als der, mit dem er das zimmer erblickte.das mädchen drängt sich völlig verängstigt immer mehr in die ecke des schrankes. endlich, als der junge seine stimme wieder gefunden hat, bringt er zittrig hervor:“Liah, liah, was ist mit dir geschehen?“ auch in den worten liegt angst. sanft legt er seine hand auf ihre schulter, um sie zu beruhigen. sie zuckt stark zusammen, doch sie wehrt sich nicht. „Liah, so sprich doch. was ist mit dir geschehen?“ in seinen worten schwingt nun verzweiflung mit. sie fühlt sich so schrecklich kalt an, so als wäre sie schon längst tot, doch er spürt ihr herz noch ganz leise, sacht und dennoch schnell schlagen. so als würde es vorsichtig flimmern. er hält ihr die hand hin, um sie aus dem schrank zu holen. von angst gepackt fasst sie zu und tritt scheu aus der dunkelheit hervor. ihm stockt der atem bei dem anblick des einst so wunderschönen mädchens. die zerzausten haare hängen ihr ins gesicht. am ganzen körper hat sie blutige wunden, das kleid hängt lasch zerissen an ihrem körper herab. der stoffetzen um ihre hand ist von blut verfärbt.verzweifelt, weil sie nicht spricht, beginnt er sie fassungslos zu rütteln. „liah, wer hat dir das angetan? so sprich doch endlich.“ eine träne rinnt über sein gesicht. er ist völlig fassungslos. wie kann er ihr nur helfen? was er da in diesem moment nicht ahnen kann ist, dass nie wieder auch nur ein winziges wort über ihre leippen dringen wird. so, als ob man ihr die zunge herausgerissen und sie der stimme beraubt hätte. ihr blick war in der zeit nach diesem tag stets gläsern und jedes mal, wenn die wunden von damals verheilen wollte riss sie sich selbst wieder auf. damit die wunden nie als narben verblassen und in vergessenheit geraten können. er jedoch wich nie wieder von ihrer seite. er sah hilflos zu, wie sie an dem schmerz zerbrach, denn er konnte ihr nichts für sie tun, als immer für sie da zu sein. selbst dann, als sie sich zwei jahre später von der brücke stürzte konnte er ihr nicht helfen. jede hilfe kam für sie zu spät. nur er allein trauerte um sie, denn sie hatte sich von allen anderen distanziert. die menschen wiederten sie an, nur ihn duldete sie an ihrer seite, denn er legte über sie seine schützende hand, wie ein engel. nur er allein stand jeden tag stundenlang an ihrem grab und resete mit ihr, auch wenn er seinen gefühlen keine worte verleien konnte. er malte ein bild von ihr auf einer großen leinwand und steckte all seine liebe und zeit hinein, denn für alles andere fehlte ihm die kraft, während er so seelische höllenqualen erleidet. es zeigte sie vor dieser einen nacht, wunderschön und strahlen, dennoch mit einem ernsten blick in einer sternenklaren nacht und mit schwarzen engelsflügeln. sie war sein gefallener engel. weil er die trauer nicht mehr ertragen konnte, betrat er ihr zimmer nur noch ein einziges mal. es hatte sich nichts verändert.  dabei fand er aufzeichnungen von ihr, geschrieben mit blut. sie erzählten das, was er all die zeit versuchte von ihr zu erfahren. sie erzählten ihre geschichte von der vergewaltigung. ihm rannen unzählige tränen über das gesicht und er brach zusammen. der täter konnte nie gefunden werden und in des nachts weinte er um sie, sie, liah, die einzige die er jemals liebte. er trauerte einsam 57 jahre um sie, bis er eines tages zur kirschblütenzeit friedlich abends einschlief und nie wieder aufwachte. man begrab ihn neben ihr und endlich waren sie wieder miteinander vereint und dennoch noch so fern. wenn es heute sanft zu regnen beginnt, weinen die engel und ein einziger weint sicher auch leise in trauer um dich.

LOST

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